Wörth-weit entfernt von fahrradfreundlicher Stadt

Die Ampelschaltung für Fußgänger ist von 10 Sekunden auf 13 Sekunden verlängert worden. Dies ist eine der wenigen Verbesserungen die bisher im Dialog mit der Stadtverwaltung erreicht wurden. Die Bilanz zwischen der Stadt Wörth und der Initiative für sicheres Fahrradfahren in Wörth beschränkt sich bisher gerade mal auf eine längere Ampelschaltung und einen Zuschuss für Lastenfahrräder. Das erfuhren die Zuhörer am Donnerstag auf der Veranstaltung über die Zukunft des Radverkehrs in Wörth.

Eingeladen hatte der Kreisrat Josef Stadler, dem die Förderung des Fuß- und Radverkehrs seit Jahren ein besonderes Anliegen ist  Er wies auf die vielen positiven Beispiele von fahrradfreundlichen Kommunen in Dänemark, Holland und in Deutschland hin. Dabei wurde deutlich, dass eine Stadtplanung und Straßenplanung nötig ist, die die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern von vornherein berücksichtigt. Ein missglücktes Beispiel in unserer Gemeinde stellt die Ludwigstraße dar, die schon als Fußgängerzone für Autos verspottet wurde.

Als Gast sprach dann Michael Achmann der in Regensburg vor mehr als einem Jahr das Bürgerbegehren „Radentscheid“ mitgegründet und inzwischen auf den Weg gebracht hat. Nach derzeitigem Stand wird der Regensburger Stadtrat das Bürgerbegehren unterstützen und Maßnahmen ergreifen, die eine freie Fahrt für Radfahrer in den Regensburger Stadtteilen und rund um die Altstadt in Zukunft ermöglichen sollen.  Bei den Ausführungen Achmanns zu den Radldemos und Aktionen vom vergangenen Jahr kamen einige Zuhörer durchaus auch auf die Idee, in Wörth öffentlich auf die Anliegen der Radfahrer aufmerksam zu machen.

Anschließend berichtete Norbert Schmid über die Initiative zum Radverkehr in Wörth. Eine Gruppe von jungen Familien hat sich zusammengeschlossen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Er schilderte, dass viele Eltern um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr besorgt wären sich und sich deshalb mit Vorschlägen für einen sicheren Fahrradverkehr an die Stadt Wörth gewandt haben. Das Gesprächsklima wäre durchaus aufgeschlossen, aber die Umsetzung würde nur sehr langsam anlaufen und viele Forderungen könnten wegen fehlender Kompetenz der Stadt nicht bearbeitet werden. In der folgenden Diskussion gab es zahleiche Vorschläge für Verbesserungen und vor allem Hinweise auf Gefahrenstellen und Klagen über die fehlende Rücksichtnahme der Autofahrer.

Kreisrat Josef Stadler betonte zum Abschluss, dass ein sicherer Radverkehr und leistungsfähige und preisgünstige öffentliche Verkehrsmittel die Bausteine für eine nachhaltige Mobilität seien.  Man sollte nicht vergessen, dass für eine nachhaltige Zukunft der Klimaschutz wichtig sei. Das erfordert eine Mobilität ohne Vergeudung von fossiler Energie und Förderung von nachhaltigem Lebensstil.

Leider ist das Tarifsystem des ÖPNV im Landkreis Regensburg noch sehr teuer und weit von einem 365 Euro Jahres-Ticket entfernt. Die Stadt Wörth hat auch nicht auf die Forderung reagiert, neue Gebäude wie den Kindergarten im Baugebiet am Brand im Passivhausstandard und mit wohngesunden Baustoffen zu errichten. Jeder Bürger sollte deshalb die Kommune an ihre Verantwortung für unsere Umwelt erinnern und auch im Vorfeld der Kommunalwahl verbindliche Maßnahmen einfordern. Alle Zuhörer waren sich am Ende der Veranstaltung einig, dass man die derzeitige gute Stimmung für einen ökologischen Wandel nutzen muss. Mit Optimismus und gemeinsamen Engagement lassen sich positive Veränderungen erreichen. 

In der Donaupost gab es hierzu auch Hintergrundinformationen.

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